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„Uns fällt es nicht leicht"
Salesianer geben Familienpfarrei auf
Von Marco Schneider
Eichstätt (EK) Es Ist amtlich: Der Salesianerpater Alfred Blöth wird zum Ende des Schuljahres die Eichstätter Pfarrei Heilige Familie, zu der auch Landershofen und Pfünz gehören, verlassen. Für ihn wird auch kein neuer Ordensbruder die Seelsorge übernehmen.
Die Wogen schlugen zunächst hoch, als dieser Tage bekannt wurde, dass die Ordensleitung keinen Nachfolger mehr zur Verfügung stellen kann. Die größte Sorge in der Pfarrei: Werden wir wieder einen neuen Pfarrer bekommen? Um den Pfarrmitgliedern die Sachlage zu erläutern und ihnen ermutigende Worte mit auf den Weg zu geben, war der Provinzial der Salesianer, Pater Konrad Haußner, am Wochenende aus Wien nach Eichstätt gekommen. Er zelebrierte auch die Sonntagsgottesdienste in der Familienkirche und in der zugehörigen Filiale Pfünz. Im Gespräch mit dem EICHSTÄTTER KURIER zeigte sich Haußner verständnisvoll für die Aufregung in der Pfarrei: „Es fällt uns selbst nicht leicht, nach 45 Jahren die Pfarrleitung aufzugeben." Aber, man kappe ja nicht die Verbindung zur Pfarrei und Schotte sich im Kloster ab. „Uns ist klar, dass es eine Vielzahl von Verbindungen zum Salesianum gibt", betont Konrad Haußner. Er stellte klar: „Wir bleiben in Eichstätt präsent und werden hier weiterhin alle anderen Aufgaben, die wir bisher erfüllt haben, weiterführen.“ Dazu gehören neben dem Franz-Sales-Verlag auch die Hochschulseelsorge und die geistliche Begleitung im Mentorat für die theologischen Studienrichtungen. Die Pfarrleitung werde nicht aus einer Laune heraus aufgegeben, erklärt der Provinzial, der für die süddeutschen Ordenshäuser zuständig ist. Man handle nach einem Beschluss des Provinzkapitels - dem höchsten Entscheidungsgremium des Ordens - aus dem Jahr 2006. Aufgrund personeller Engpässe habe man damals beschlossen, die Kräfte noch mehr zu bündeln: „Uns geht es wie den Diözesen und den meisten anderen Ordensgemeinschaften. Uns fehlt einfach der Nachwuchs", sagte Haußner. Es gebe sicher junge Brüder, aber nicht im Überfluss. Die meisten der eingetretenen jungen Salesianer tragen sich nicht mit dem Gedanken, in die Pfarrseelsorge zu gehen. „Wir haben junge Brüder, aber die widmen sich zumeist anderen Aufgaben." Letztlich sei es eine sicher schwer vermittelbare, aber notwendige Entscheidung. Er appelliere hier aber an die Pfarrei. Man habe auch der Diözese angeboten, priesterliche Aufgaben weiterhin wahrzunehmen. Ihm selbst wäre eine andere Lösung auch lieber. Richard Nikol, Mitglied des Pfarrgemeinderates (PGR), zeigte sich auf Anfrage erleichtert über die Worte des Provinzials: „Er hat uns die Unsicherheit genommen." Man habe große Bedenken gehabt, vor allem weil man vor vollendete Tatsachen gestellt worden sei: „Da war Verärgerung dar, auch Irritation." Es sei gut gewesen, dass Provinzial Haußner da war. Denn jetzt sei die Situation nachvollziehbar, und auch die größten Sorgen seien aus dem Weg geräumt. „Vor allem die Pfünzer hatten Angst, dass die Pfarrei zerschlagen wird und sie künftig zu Walting gehören", meinte Nikol. In der letzten PGR-Sitzung konnte aber Bischofsvikar Georg Härteis diese Unsicherheit ausräumen. Man werde als Pfarrei zusammenbleiben und hoffentlich einen guten Weltpriester bekommen, der vor Ort präsent ist. Die Pfarrei wird seitens der Diözese Eichstätt zur Bewerbung ausgeschrieben. Provinzial Konrad Haußner teilte in den Gottesdiensten gestern auch mit, wohin Pater Alfred Blöth gehen wird. Der Salesianer wird im Neuburger Augustinum für die dortigen fünf Brüder des Ordens der Barmherzigen Brüder die Gottesdienste feiern. Auch wenn die Kinder der Pfarrei per Spruchband in der Kirche einen „ echten Ruhestand „ für Blöth forderten, versicherte Haußner: „Das ist eine leichte Aufgabe, wo Pater Blöth nur noch priesterliche Dienste ausüben wird.“ Verwaltung und dergleichen falle weg.
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