Rieshofen feiert Patrozinium Kirchenpatron heiliger Erhard
Von Johann Rixner Rieshofen (EK) Die Gläubigen In Rieshofen feiern am kommenden Sonntag, 13. Januar, gemeinsam mit den Mitgliedern der Pfarrei Walting und auswärtigen Gästen das Patrozinium Ihres Kirchenpatrons, des heiligen Erhard. Der Festgottesdienst in dem 160-Seelen-Dorf an der Altmühl beginnt um 9.30 Uhr. Zelebrant und Prediger ist Waltings Pfarrer, Domvikar Francesco Benini. Die musikalische Gestaltung übernehmen Johann Rixner (Orgel) und Florian Bauer (Trompete). Zum Einzug erklingt ein Passepied von Georg Philipp Telemann (1681 bis 1767), zur Gabenbereitung wird das Ave verum corpus von Wolfgang Amadeus Mozart (1756 bis 1791) gespielt, und den Auszug wird das Trumpet Voluntary von Jeremiah Clarke (1670 bis 1707) begleiten. Im Rahmen des Festgottesdienstes stellen sich zudem die Erstkommunionkinder des Jahres 2008 vor. Es sind insgesamt neun Kinder, vier aus Walting, drei aus Rieshofen und zwei aus Rapperszell. Nach einer Festandacht, die um 14 Uhr beginnt und der ebenfalls Domvikar Benini vorsteht, besteht für die Gläubigen die Möglichkeit zur Auflegung der Erhardsreliquie. Die Geschichte der Rieshofener Kirche geht weit in die Vergangenheit zurück. Zu welcher Zeit die erste Kirche in Rieshofen erbaut wurde, ist nicht überliefert. Da schon früh der heilige Erhard, Patron der Nachbardiözese Regensburg, als Kirchenpatron genannt ist, kann dies darauf hindeuten, dass schon vor der Zeit des heiligen Willibald (700-787) von Regensburg aus missioniert wurde. Allerdings wurde Erhard erst im Jahr 1052 heilig gesprochen. Da der Kirchturm in etwa zu dieser Zeit erbaut worden ist, kann für den Kirchbau Erhard als gerade „aktueller" Heiliger in Frage gekommen sein. Die Untergeschosse des Kirchturmes sind romanischen Ursprungs (etwa 12. Jahrhundert), der weitere Aufbau erfolgte in der Spätgotik. 1749 wurde das Langhaus neu angebaut, welches 1912 erweitert wurde. 1949 wurden für die Kirche drei neue Glocken angeschafft. Wertvollstes Kunstwerk im Innern ist eine Marienfigur aus Terrakotta, die um 1470 datiert wird. Die über 500 Jahre alte Figur wurde nach der Innenrenovierung 1999 an der rechten Seite angebracht. Sie wird heuer als Titelbild des Jahrbüchleins der Marianischen Männerkongregation Eichstätt erscheinen. Das Jahrbüchlein wird zum Hauptfest, dem sogenannten „Steckerlfest", am Sonntag, 24. Februar, in einer Auflage von 3400 Stück ausgegeben. Ein besonderes Augenmerk verdienen in der Rieshofener Kirche auch der Kreuzweg (1763), die Prozessionsstangen (1854) und die Orgel (1930), die erst im Jahr 2003 einer gründlichen Generalsanierung unterzogen wurde. Das große Deckengemälde zeigt den heiligen Erhard, wie er das blinde Mädchen Ottilia tauft, das daraufhin sehend wird. Deswegen wird der heilige Erhard besonders bei Augenleiden angerufen.
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