EK vom 28.03.2008

Mit dem Luftschiff auf römischen Spuren
Mehrteilige Fernsehdokumentation von Peter Prestel über den Limes / Pfünzer Römer als Darsteller
Von Elisabeth Wein

Pfünz/Böhming/Titting (EK) Interesse an seinem römischen Erbe ist der Naturpark Altmühltal ja mittlerweile gewöhnt. Gestern aber kamen die Beobachter des UNESCO-Welterbe Limes aber wirklich aus heiterem Himmel - in Form eines großen, blauen Luftschiffes.
Bemannt war die luftige Kabine des Luftschiffes, das gestern Morgen für einige Verwunderung sorgte, mit seinem Piloten und einem dick vermummten Haus Hernitschek. Er ist Kameramann im Team des Eichstätter Regisseurs Peter Prestel und fing gestern aus der Höhe über Pfünz, Böhming und Erkertshofen Bilder von den Spuren des Limes ein. Der nämlich ist Thema eines neuen ZDF-Mehrteilers, an dem Prestel derzeit arbeitet und der wahrscheinlich nächstes Jahr auf Sendung geht. Mit im Team von Prestel, der ja mit seinen Filmen vor allem über Archäologie zu den bekanntesten Dokumentarfilmern Deutschlands zählt, ist mit Journalist Stefan Zengerle auch noch ein zweiter Eichstätter. Der gestrige Drehtag begann bereits gegen fünf Uhr morgens in Böhming, als das Luftschiff über der Böhminger Kirche kreiste, die innerhalb eines einstigen Römerkastells liegt. Nach einer bei den Pfünzern für einiges Aufsehen sorgenden Zwischenlandung auf der Wiese vor dem Pfünzer Schloss stieg das Luftschiff über das Pfünzer Römerkastell Vetoniana und von dort aus weiter nach Erkertshofen, um den dort deudich sichtbaren Limesverlauf und den Limesknick bei Petersbuch auf Film zu bannen. Der römische Burgus bei Burgsalach - einmalig in Europa und sonst nur noch in Nordafrika zu finden - ist für heute geplant. Gestern hatte der Wind die Dreharbeiten mit dem Luftschiff erst einmal beendet. Geplant waren die Aufnahmen, so Stefan Zengerle, bereits für den Winter, da bei Schnee die römischen Spuren im Gelände besonders deutlich zu sehen gewesen wären. Doch das milde Wetter der vergangenen Monate ließ das nicht zu. Jetzt war der Schnee zu kurzfristig und -lebig, da das Luftschiff erst durch halb Deutschland reisen musste. Nicht unglücklich über den schneelosen Dreh waren die neun Pfünzer vom Heimatverein Vetoniana, die in voller Militärmontur auf dem festen Erdoden „ihres" Römerkastells dem Kamerateam zur Verfügung standen - in kurzärmeliger Tunika unter der Rüstung. Eine Art von Socken kannten die Römer glücklicherweise schon. Auf der Kastellmauer stellten sie in vielen Einstellungen die Wachrundgänge nach, wie sie einst im Kastell Vetoniana Routine waren - bei acht bis neun Kilo Gewicht pro Schuppenpanzer eine körperliche Leistung, die auch die heutigen „Pfünzer" Römer vollbrachten. Auf dem Drehplan stand dann noch eine Patrouille in der Dämmerung, bei der die Pfünzer Römer mit Fackeln und Hunden zur „Germanensuche“ in den Wald aufbrechen sollten. Zwar hat Prestels Team- der Regisseur war krankheitsbedingt nicht selbst vor Ort – gestern für seine Limes- Dokumentation in heimischen Gefilden gefilmt, der geplante Mehrteiler geht aber weit über den Naturpark Altmühltal hinaus. Er beschäftigt sich zum Teil mit dem Limes in Mitteleuropa und damit vor allem mit der Kontrolle von Migration, Zöllen und Handel im Römischen Imperium. Zudem führt er nach Großbritannien, wo etwa mit dem Hadrians Wall vor allem der militärische Aspekt im Vordergrund stehen wird. Schließlich führt die Dokumentation nach Nordafrika und zu den logistischen Leistungen der Römer.


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